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Schlendern wie die Libellen

Na, heute schon nachgeschaut, ob „die da in Berlin wieder weiterverhandeln“?! Und Texte der Wut und Empörung reingezogen?!
Eigentlich sollten wir uns nach Bärbel Bas’ Rücktritt erstmal alle wieder etwas beruhigen, was die Betriebstemperatur angeht, aber so läuft das eben. „Ragebait“ ist nicht umsonst Jugendwort des Jahres geworden. Obwohl alle fest mit „Six Seven“ gerechnet hatten. Ja, normalerweise schlägt die Gagaabteilung beim Jugendwort doch immer alles! iBims. Leider geil. Usw.

Aber selbst beim Jugendwort des Jahres ist inzwischen eine allgemeine Panikmache zu spüren. Vielleicht braucht es künftig wieder so etwas wie einen Sonntagsgottesdienst, bei dem den gemeinen Bürger:innen die Leviten gelesen werden und man dann gemeinsam im Chor anstimmt. Und zwar mit den Menschen, die man gestern noch in die Pfanne gehauen hat. Es müssten allerdings inzwischen Global-Village-Bubble-Chöre sein, die gemeinsam die Lieder rausschmettern. Und es wäre ja wichtig, dass die Menschen an einem Ort zusammenkommen.

Wieder nur Lieder

Was sollen wir sagen?! Ja, wo fangen wir an?! Ohne die Band Die Türen gäbe es dieses Label nicht. Die Türen allein haben schon sehr viele Transformationsprozesse durchgemacht.
Von einer der ersten Indiecomputerplatten dieses Landes (Das Herz war Nihilismus) über Prekaritäts-Soul (Popo) bis zum Krautrock-Größenwahn (Exoterik).

Und es gab eben immer wieder auch Seitenprojekte und Ableger, die nicht unter dem Namen Die Türen die Runde machen. Wir sind der Mann von Der Mann kommt einem in den Sinn oder die Kinderpoppunkband Baked Beans (Hast Du Bohnen auf den Ohren?).

Heute erscheint das Album Wieder nur Lieder von der Gruppe Investment. Und so gibt es nach Die Türen und Der Mann nun eine dritte Band, die Ramin Bijan, Gunther Osburg und Maurice Summen zusammen gegründet haben! Warum?! Weil sie es können.

Love Language Model

Hallo zusammen! Inzwischen kommt uns dieses Format schon wie ein Landtagswahlen-Newsletter vor. Dabei wollen wir doch nur unsere Schallplatten verkaufen. Dennoch freuen wir uns hier in Berlin über den Sieg der Linken und über einen möglichen Regierungswechsel. Dass seit Sonntag fast nur noch über das Antisemitismus-Problem in der Berliner Linken gesprochen wird, ist wirklich sehr bedauerlich! Als ob bezahlbarer Wohnraum nicht schon Thema genug wäre.
Ein Leben in Würde.

Auch interessant in diesem Kontext ist, dass wirklich niemand über das Korruptionsproblem in der Berliner CDU spricht. Also die „Untreue in einem besonders schweren Fall“, weswegen ja auch die letzte Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson gehen musste, nachdem ihr Vorgänger Joe Chialo ihr einen echten Trümmerhaufen überlassen hatte. Dass ausgerechnet im Umfeld von Kulturförderung und Antisemitismus-Prävention wegen schwerer Untreue ermittelt werden muss, zeigt doch, wo das eigentliche Problem liegt.

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