Wir sind Der Mann

staatsakt. 10/2014


Es war Winter 2012. Die ABC-Phase der Türen war mit dem "Gubener Manifest" zu Ende gegangen.
Was übrigens nicht - wie von einigen Leuten falsch interpretiert - das Ende der Türen bedeutete. Aber jeder ging erstmal seine Wege. Allein.

Andreas Spechtl floh nach Libertatia, Chris Imler nahm endlich sein nervöses Solo-Album auf, Michael Mühlhaus ging mit Kante zurück ans Theater, Ramin Bijan kümmerte sich um sein StuStuStudiolein und Maurice Summen um staatsakt.

Dass dann ausgerechnet die Ur-Türe Gunther Osburg wieder anklopften würde um zu sagen:

"Hey Leute, ich kann nicht ohne Musik, ich kann nicht ohne Euch! Ich will zurück! Lasst uns zusammen was spielen!"

Damit war wirklich nicht zu rechnen.

Dass zeitgleich unser alter Wegbegleiter Sebastian Kaltmeyer an einer Gaga-Vision des "deutschen Durchschnittsmannes" arbeitete, und sein Plan schließlich so weit ging, diesen Männern Namen und Lieder zu schenken, war die perfekte Gelegenheit für die drei Urtüren zusammen mit ihm und dem Berliner Malerfreund Helmut Kraus (mit dem man schon seit über 10 Jahren was zusammen machen wollte - endlich hatte er mal Zeit!) das Projekt DER MANN anzugehen...
Ja, kein Lifestyle-Magazin das dem MANN in den letzten Jahren keine Titel-Seite gewidmet hat. Der Mann im Spiegel, der Mann in der Zeit, der Mann auf dem Klo....

DER MANN -
Wer soll das sein?

Ist nicht auch bei "dem MANN" das Ego auch nur eine Konstruktion, die versucht den Stimmen aus dem Chor der Welt zu folgen - oder sie zu ignorieren?! Also kann es ihn überhaupt geben? Den MANN?

Wir haben uns ein Stück weit auf die Suche begeben und drei Männer kreiert, die unterschiedlicher (im Spannungsfeld von feminin/maskulin, extrem stumpf/super einfühlsam, tumb/Genie) nicht sein könnten:

Ray, George und Berthold Mann, der auch gleich die erste Single "Menschen machen Fehler" singt.

Ein misanthropischer Schlager, musikalisch einzusortieren zwischen Country, Soul und Velvet Underground.
Also Bratwurst und Heroin.

Das Album "Wir sind der Mann" erscheint am 21.11.2014. Weitere Video-Singles werden folgen...

Die unfassbar tolle Vinylausgabe (mit Kunstdrucken von Berthold, Ray und George) ist dabei streng limitiert auf 1000 Stück (und enthält das Album auch als CD-Dreingabe).

Aber noch nicht genug der guten Neuigkeiten.

Im Februar gibt es eine Tournee!

Die Türen spielen Der Mann (und andere Schweinerein)

19.02.2015 in Hamburg im Molotow
20.02.2015 in Berlin im Lido
21.02.2015 in Leipzig
26.02.2015 in Oberhausen, Druckluft
27.02.2015 in Köln im Gebäude9
und am 28.02.2015 auf dem Hafen2-Geburtstagsfest in Offenbach

In Köln und Oberhausen mit Unterstützung von krautenden Locas In Love - in Hamburg, Berlin und Leipzig mit Erfolg und natürlich dem besten Damenchor der Welt.

Am Tag wird der Veröffentlichung wird es außerdem in der Aqua-Carre-Kantine in Berlin eine Vernissage geben...

So erstmal von uns mit herbstlichen Grüßen!

Euer:
Staatsakt.

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Fragen der neuen Weltsprache (Informatik)

staatsakt. 10/2014


- Wie weit konnten wir uns analog von unseren Eltern entfernen?
- Und wie weit haben wir uns dann weiter von uns selbst entfernt?
- Was hat die Libido mit all dem zu tun?
- Wie geht man im Internet mit der eigenen Nazi- und Stasi-Vergangenheit um?
- Einfach alles der NSA in die Wolke schieben?
- Überhaupt: Wie sollen wir auch nur die jüngste Vergangenheit verarbeiten, wenn unser Leit-Medium und seine Algorithmen einem ständig die Aktualisierung einer Konstruktion namens Gegenwart in Marschrichtung Zukunft abverlangen?
- Spielen wir alle zusammen nur die Klaviatur eines grauenhaften Prog-Rocks?
- Kann eine Maschine für mich Begriffe schälen und schärfen?
- Und gesetzt dem Falle sie kann es: Wie gelangt der Informationsgehalt nur in mein Gehirn?
- Was ist der Unterschied zwischen einer Verarschung und einer Hoax?
- Wenn wir künftig alle wichtigen Rechenoperationen den Maschinen überlassen - Gehen die Denker dann bald auf die Strasse?
- Zum denken?
- Oder um sich zu besaufen?
- Ja, wo soll ich nochmal schnell welches Petitionsjawort anclicken?
- Und, ach so: Warum wechselt Adele denn nun eigentlich doch zur Sony?
- Doch nicht etwa wegen des Geldes?!

Wir haben hier gerade viele Gedanken zu solchen Fragen floaten, während unser freiwilliger Mitarbeiter Sven Tepperwien of Bad-Kleinen-Fame akribisch seine selbstgebaute Jukebox zusammen bastelt.
Auch eine Form der Vergangenheitsbewältigung: Eine Jukebox bauen, mit Musik bestücken um sie wie ein Altar des Pharamkons in der Mitte des Microsozialen aufzustellen.
Die Maschine wird Gedächtnis, der Mensch aber ständig zum durchblättern gezwungen:
Memories are made of hits...

Zwingen kann man in der iGoogle-Gesellschaft von Heute ja angeblich niemanden mehr, aber man kann alle immerzu freundlich einladen und umwerben, notfalls mit dem Logarithmus der Penetranz.

So können wir gerade nur dringend dazu raten zu den Shows unseres Zirkus-Not-Zirkus BONAPARTE zu gehen. Die Sneak-Preview-Show in der Volksbühne im Mai war eine der leidenschaftlichsten Bonaparte-Shows, die wir je gesehen haben. Und wir haben wirklich viel gesehen.
Das einige Ex-Hipster heute lieber bei Neo-Klassik entspannen oder bei der Staffel nach der Staffel nach der Staffel eingeschlafen sind sei verziehen. Aber auch bei BONAPARTE wird ja eine Geschichte weitererzählt.
Und die ist und bleibt immer noch eine der interessantesten Rock & Roll-Geschichten der letzten Jahre!

Jens Friebe, der Rock & Roll-Geschichten immer nur dann mag, wenn er dahinter keine schwitzenden und ach so authentischen Männer vermutet, ist gerade mit dem psychedelischen Duo Andi und Chris unterwegs, und auch hier ist dem geneigten Fan dringend zu raten, sich die Konzerte doch auch mal live anzuschauen.
Zitieren wir einfach den aktuellen Album-Titel:
Nackte Angst zieh dich an wir gehen aus!

Morgen zum Beispiel im Bi Nuu in Berlin.

Übrigens: Schmuckeremit Friedrich Liechtenstein, also jener feine bärtige Herr, den man seit jenem supergeilen Supermarkt-Video von Flensburg bis nach Oberammergau kennt, hat sich gegen die Major-Industrie entschieden - also für unser Label.

Sein aktuelles Album "Bad Gastein", jenem Kurort am verwunschenen Wasserfall in Österreich gewidmet, erscheint am kommenden Freitag auf Vinyl und CD auf staatsakt.

Seine Art des "trolling" im Internet ist auch eine Option, die dringenden Fragestellungen unserer Zeit mit den ewig-jugendlichen, modernen Methoden der Zeitverschwendung zu bewältigen:
Wer Lust of "trolling" und Musendasein in einem hat, der sollte sich unbedingt hier nach Lust und Laune einmischen!
Texte, Musik-Samples und sonstiges ausgelagertes Gehirn: Johannes und sein Damenchor machen Raclette aus Dir! (Hallo Patric Catani!)

Neues Chris Imler-Video+Tournee, die kommende Hans Unstern-Tour, neue Pudel-Maxi mit RVDS, neue PeterLicht- oder Ja, Panik-Termine und das von den Suchmaschinen heiss erwartete Debüt-Album von DER MANN:
Das alles in Bälde, wenn wir die Fragen von heute zwar garantiert nicht beantwortet, aber am Ende des Tages einfach wieder drüber weggearbeitet haben werden.

Libido never lies!

Eure:
Mutter aller Parties

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Lob der Realität

staatsakt. 10/2014


"Deutscher Drohneneinsatz in der Ukraine ist in der Schwebe"
SZ via Twitter

Na, merkst Du wie der Satz mit doppeltem Flugboden zum echten Witzgeschoss wird? Da hätte Karl Kraus doch seine helle Freude dran gehabt.

Aber klar, bei Twitter musst Du immer extra viel Wortwürze in die wenigen Zeichen reintun. Sonst wird das nichts mit der Reichweite.
Da ist auch so ein Tweet schnell mehr als in der Schwebe, ja und um im Bild zu bleiben: Der Text fliegt dann garantiert keine 100 Kilometer weit.

Und darum geht es uns doch heute: Um die Reichweite.
Die Popularität einer Information.

Wahrscheinlich wäre es den meisten Menschen, die bei Twitter stündlich ihre Texte raushauen, mehr als unangenehm, wenn auch nur die Hälfte ihrer Leserschaft vor dem Balkon stehen würde um dort live eine neue Nachricht "zu empfangen".

Aber heute geht das alles.
Auch ohne Balkon.

Einfach aus der eingebildeten Anonymität heraus in die Welt hinaus texten, irgendwo zwischen Cyber-Flaneur, digitalem Denunziantentum, Pleiten, Pech & Pannen und angegooltem Wikipedia-Wissen.

Hier mal aus der Praxis unsere letzten, wirklich sehr guten gehastaggten Spitzen-Albumtitel-Slogans for the sky aus der Küche von Die Sterne, Jens Friebe und PeterLicht (alle drei auch als Langspielplatten erhältlich):

Flucht in die Flucht.

Nackte Angst zieh dich an wir gehen aus.

Lob der Realität.

Noch nicht bei Bit-Torrent zu kaufen, dafür aber bei den üblichen Marge-Abzwackern mit und ohne I-punkt.


Ach, und wo doch unbedingt noch drauf hingewiesen werden muss, wo wir doch gerade bei der Reich-Weite sind:

Das Vagabundenleben

PeterLicht, Die Sterne, Jens Friebe, Gereon Klug, Bonaparte, Ja, Panik!
Alle ziehen sie im Herbst auf Tournee.

Und aus den Konzertsälen heraus lässt es sich doch immer noch am beswingtesten herauszwitschern, oder?!
Also Informationen darüber, wie gut, mittel oder schlecht es sich gerade in der Comfort-Zone Europa aushalten lässt.

Dazu noch einen letzten Hinweis zum kommentierten Durchhalten an alle Münchener:

Johannes von Weizsäcker wird mit seinem erfolgsversprechenden Projekt ERFOLG seinen 31-Tage langen Song-Marathon auf dem ZF42-Kongress an diesem Wochenende starten.

Hier zu (er)folgen.

Maurice Summen wird ihn auf dieser gefährlichen Reise begleiten und live ein paar Tees aufbrühen.

Also Leute: Zieht Euch was chices an, geht vor die Tür und konsumiert Euch glücklich!

Mehr haben wir auch nicht gelernt (außer noch Urlaub, 1, 2, 3x im Jahr!)

Euer:
Staatsakt.

staatsakt